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Wie läuft eine Debatte ab? 

1. Vierer-Debatte 

Debattiert wird zu jeweils vier Personen. Zwei sprechen sich für, zwei gegen das Gefragte aus. Einen Gesprächsleiter gibt es nicht. 

2. Dreiteilige Debatte 

Die Debatte gliedert sich in drei Teile: Eröffnungsrunde, Freie Aussprache und Schlussrunde. In der Eröffnungsrunde hat jeder Teilnehmer die Streitfrage aus seiner Sicht zu beantworten, dann wird die Aussprache in freiem Wechsel fortgesetzt. Nach Ende der Freien Aussprache hat jeder Teilnehmer die Streitfrage im Lichte der geführten Debatte ein zweites Mal zu beantworten (Schlussrunde). 

2.1. Eröffnungsrunde 

In der Eröffnungsrunde beginnt, wer die Änderung des bestehenden Zustands wünscht. Rede und Gegenrede wechseln einander ab. In der Eröffnungsrunde darf jeder Teilnehmer ohne Unterbrechung zwei Minuten sprechen. 

2.2. Freie Aussprache 

Die Freie Aussprache dauert insgesamt zwölf Minuten. 

2.3. Schlussrunde 

In der Schlussrunde ist die Redezeit jedes Teilnehmers auf eine Minute begrenzt. Die Teilnehmer sprechen in gleicher Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde. Dabei steht es jedem frei, seine Position gegenüber der Eröffnungsrunde zu verändern. In der Schlussrunde sollen nur Gründe vorgetragen werden, die bereits in der Eröffnungsrunde oder in der Freien Aussprache genannt worden sind. 

3. Soll-Fragen 

Debattiert werden aktuelle politische Streitfragen. Jede Frage ist so zu stellen, dass sie nach einer konkreten Maßnahme fragt und nur mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ beantwortet werden kann.

4. Freiheit der Meinungsänderung 

Wer durch die Debatte zu einer neuen Einsicht gekommen ist, darf seine Position entsprechend verändern (siehe oben, 2.3). 

5. Zeitwächter 

Über die Einhaltung der Redezeiten wacht ein Zeitwächter. Fünfzehn Sekunden vor Ablauf der Redezeit wird ihr nahes Ende durch einmaliges Klingelzeichen angezeigt. Das Überschreiten der Redezeit wird durch zweimaliges Klingelzeichen angezeigt und anschließend durch dauerndes Klingelzeichen unterbunden. 

 

Die Bewertung der Debatte

Wann ist eine Debatte eine gute Debatte? Wenn sich die ‚richtige‘ Meinung gegen die ‚ falsche‘ durchsetzt? Nein. In einer guten Debatte wird die Streitfrage von verschiedenen Seiten betrachtet. Wenn dabei deutlich wird, was für die eine und was für die andere Seite spricht, liegt darin ein Gewinn für alle. Dazu kann jeder Teilnehmer beitragen, indem er seinen Standpunkt stark macht und ihn gegen Einwände verteidigt. Ebenso wichtig ist, dass er die Meinungen der anderen Teilnehmer ernst nimmt und sich mit ihnen gründlich auseinandersetzt. 

Maßstäbe, nach denen eine solche Leistung mathematisch exakt und zweifelsfrei beurteilt werden könnte, gibt es nicht. Auch zeigt sich die Redefähigkeit des Einzelnen immer nur relativ, im Verhältnis zu seinen jeweiligen Gesprächspartnern. Das macht die Bewertung schwierig. Trotzdem muss sie nachvollziehbar und durchschaubar sein, da andernfalls ein fairer Wettbewerb nicht möglich wäre. Also bedarf es ausdrücklicher Kriterien, die zumindest im Umriss zeigen, worin die Qualität der rednerischen Leistung liegt.


 

Bei Jugend debattiert sind es folgende vier:

Sachkenntnis:        Weiß der Redner, worum es geht?

Ausdrucksvermögen:Wie hat er, was er meint, gesagt?

Gesprächsfähigkeit:Hat er zugehört und die Anderen berücksichtigt?

Überzeugungskraft:Hat er, was er sagt, auch gut begründet?

 

Die Juroren sollen einschätzen, in welchem Maße jeder Redner diese Kriterien erfüllt. 

Die vier Kriterien erlauben es, Stärken und Schwächen differenziert zu benennen. So wird, wer gut informiert ist, etliche Punkte für seine Sachkenntnis bekommen. Wenn er aber nicht auf das eingeht, was die Anderen sagen, wird er bei »Gesprächsfähigkeit« schlecht abschneiden. Ein Formulierungskünstler wiederum, der fast druckreif spricht, erhält viele Punkte für sein »Ausdrucksvermögen«. Wenn er sich aber nicht auskennt, gibt es nur wenige Punkte für die »Sachkenntnis«. Und weil man ohne Sachkenntnis kaum gute Gründe geben kann, wird auch die »Überzeugungskraft« nicht hoch bewertet werden. Jeder Schüler erfährt, worin er sich noch üben muss. Was ihm aber schon gelingt, findet eine direkte Würdigung. 

Sachkenntnis 

Sachkenntnis meint die Fähigkeit, Sach- und Fachfragen zutreffend und gehaltvoll zu beantworten. ‚Sache‘ meint die Sache als Angelegenheit, die in Frage und damit zur Debatte steht. Der Redner soll wissen: worin besteht die Angelegenheit, in welchem Zusammenhang steht sie, was ist der Stand der Diskussion – nach allgemeiner Ansicht. 

Ausdrucksvermögen 

Ausdrucksvermögen meint das Vermögen zur sprachlich-sprecherischen Darstellung: verbal, vokal, nonverbal – in allen Dimensionen der Sprachlichkeit. Ausdrucksvermögen zeigt sich in der Verständlichkeit und Klarheit der einzelnen Beiträge, in der Anschaulichkeit und Einprägsamkeit der Formulierungen, in Wortwahl und Satzbau, in sprachlichen Bildern und Vergleichen. 

Gesprächsfähigkeit 

Gesprächsfähigkeit meint die Fähigkeit der Teilnehmer der Debatte, sich auf die Debatte als Gesprächssituation einstellen zu können. Als Gespräch lebt die Debatte davon, dass ihre Teilnehmer nicht nur sich, sondern auch die Anderen sehen und die Fragestellung als gemeinsame Aufgabe begreifen. Dies gelingt, wenn die Teilnehmer zu gegenseitigem Austausch, gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Bezugnahme bereit und in der Lage sind. Die Gegenseitigkeit sichert zugleich die Fairness der Auseinandersetzung. 

Überzeugungskraft 

Überzeugungskraft meint die Fähigkeit, vom Hörer her und auf ihn hin zu argumentieren, so dass dieser sich bereit findet, dem so Gesagten zuzustimmen. Zur Überzeugungskraft gehört dreierlei: Verständnis für die Lage der Hörer, Glaubwürdigkeit im Auftreten als Redner, Nachvollziehbarkeit vorgebrachter Gründe. 

Nicht bewertet wird, und das sei hier ausdrücklich angemerkt, die politische Aussage. Jeder Teilnehmer bei Jugend debattiert genießt Meinungsfreiheit. Gefordert ist nur, dass er sich als Redner der Auseinandersetzung stellt und die Regeln des Wettbewerbs beachtet. 

 

Ofizielle Homepage von Jugend debattiert

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